Figuren lernen ist der bildliche Teil des Merkfähigkeitstests im TMS. Du bekommst 20 Figuren: geschlossene, unregelmäßige Umrisse, die durch Linien in mehrere Felder geteilt sind – manche erinnern an verbeulte Volleybälle, andere an Landkarten. In jeder Figur ist ein Feld schwarz. Diese Lage sollst du dir so einprägen, dass du später angeben kannst, welches Feld geschwärzt war. Abgefragt wird etwa eine Stunde später, mit denselben Figuren in veränderter Reihenfolge, ohne Schwärzung und mit den Feldern als (A) bis (E) beschriftet. Wenn dir Figuren lernen schwer vorkommt, lohnt der Blick auf die Methode, bevor du an deinem Gedächtnis zweifelst.
Ablauf am Testtag: wann eingeprägt und wann abgefragt wird
Beide Phasen liegen im Nachmittagsteil. Der Vormittag endet mit Quantitative und formale Probleme, danach ist eine Stunde Mittagspause, laut tms-info.org etwa von 13 bis 14 Uhr. Zu Beginn des Nachmittags wird ein eigenes Lernheft ausgeteilt, und dann geht es so weiter:
| Abschnitt | Umfang | Zeit |
|---|---|---|
| Figuren lernen, Einprägephase | 20 Figuren | 4 min |
| Fakten lernen, Einprägephase | 15 Personen | 6 min |
| Textverständnis | 24 Aufgaben | 60 min |
| Figuren lernen, Reproduktionsphase | 20 Aufgaben | 5 min |
| Fakten lernen, Reproduktionsphase | 20 Aufgaben | 7 min |
| Diagramme und Tabellen | 24 Aufgaben | 60 min |
Zwischen dem Einprägen der Figuren und ihrer Abfrage liegen also das Einprägen der Fakten und der komplette Teil Textverständnis; die Broschüre spricht von etwa einer Stunde. Der Nachmittag endet laut tms-info.org gegen 16:45 Uhr.
Zwei Regeln sind hier wichtig. Notizen zum Merkfähigkeitstest sind nur in der Reproduktionsphase erlaubt, also weder beim Einprägen noch während Textverständnis. Wer trotzdem Merkhilfen anfertigt, wird verwarnt; wer in der Abfrage aus solchen Notizen abschreibt, bekommt in diesem Untertest außerdem null Punkte. Und du darfst nur in der gerade aufgerufenen Aufgabengruppe arbeiten: Zurückblättern zu den Figuren, während schon die Fakten laufen, ist nicht erlaubt.
Was eigentlich geprüft wird
Gefragt wird nicht, wie die Figur aussah, sondern welches ihrer Felder schwarz war. Weil die Figuren in der Abfrage in anderer Reihenfolge kommen, brauchst du für jede Figur zwei Verbindungen: vom Umriss zu etwas, das du wiedererkennst, und von dort zum schwarzen Feld. Wo die Figur im Lernheft stand, hilft dir nicht weiter. Der Umriss ist dein einziger Schlüssel.
Bloßes Anschauen trägt dabei kaum. Die offizielle Broschüre sagt es deutlich: Es hilft wenig, die Figur einfach anzuschauen. Du musst dich aktiv mit ihr auseinandersetzen und eine Gedankenbrücke bauen, am besten aus einem Vorstellungsbild und einer sprachlichen Assoziation – und zwar eine, in der das schwarze Feld vorkommt.
Die Routine für vier Minuten
Vier Minuten für 20 Figuren sind rechnerisch zwölf Sekunden pro Figur. Ein Vorschlag, wie du sie aufteilst:
- Kurzer Überblick, etwa 20 Sekunden. Einmal über alle Figuren: Welche sehen sich ähnlich? Diese Paare oder Gruppen merkst du dir vor, denn bei ihnen drohen später die Verwechslungen.
- Jede Figur deuten, etwa zehn Sekunden. Was könnte der Umriss sein – ein Tier, ein Gegenstand, ein Gesicht, ein Land? Dann wird das schwarze Feld Teil dieser Deutung: der Stiefel mit der schwarzen Spitze, der Fisch mit dem schwarzen Schwanz. Sag dir den Satz in Gedanken einmal vor.
- Keine Deutung nach drei Sekunden? Dann nicht weitersuchen, sondern die Lage nüchtern festhalten: oben oder unten, links oder rechts, am Rand oder innen, großes oder kleines Feld. Auch die Broschüre rät, in diesem Fall wenigstens solche Merkmale einzuprägen.
- Ähnliche Figuren gegeneinander abgrenzen. Gib ihnen dieselbe Deutung mit einem klaren Unterschied: zwei Kannen, eine mit schwarzem Henkel, eine mit schwarzem Deckel.
- Zum Schluss, etwa 20 Sekunden: alle Figuren noch einmal im Überblick durchgehen und dabei die Sätze abrufen, nicht neu lesen.
Je konkreter und ausgefallener die Deutung, desto besser eignet sie sich als Erinnerungshilfe. Eine Assoziation, die dir albern vorkommt, ist laut Broschüre in jedem Fall hilfreicher als gar keine. Ob dir eher Bilder oder eher Wörter liegen, ist verschieden; die Broschüre empfiehlt, den eigenen Weg beim Üben herauszufinden.
Ein Beispiel in Worten
Vier erfundene Figuren, so wie sie im Lernheft stehen könnten:
- Figur 1 ist hoch und schmal und läuft unten in eine Spitze nach rechts aus. Schwarz ist das Feld in der Spitze. Deutung: ein Stiefel, der mit der Spitze in Teer getreten ist.
- Figur 2 ist fast rund, mit einer Ausbuchtung links. Schwarz ist das große Feld in der Mitte. Deutung: eine Kanne mit Henkel links, randvoll mit schwarzem Kaffee.
- Figur 3 sieht Figur 2 ähnlich, aber die Ausbuchtung sitzt rechts. Schwarz ist das schmale Feld am oberen Rand. Deutung: dieselbe Kanne, diesmal mit Henkel rechts und schwarzem Deckel. Der Kontrast „links voll, rechts Deckel“ gehört mit ins Bild.
- Figur 4 lässt sich auf die Schnelle nicht deuten. Festgehalten wird nur: kleines Feld, unten rechts, am Rand.
In der Abfrage kommt Figur 3 vielleicht als vierte, ohne Schwärzung, die Felder mit (A) bis (E) beschriftet. Du erkennst den Umriss als Kanne, siehst den Henkel rechts – also die Kanne mit dem Deckel – und kreuzt das Feld am oberen Rand an. Bei Figur 4 hast du keine Geschichte, aber eine Lage: Von den Feldern unten rechts kommt nur das kleine am Rand infrage. Auch das ist eine begründete Antwort.
Abruf: fünf Minuten für 20 Figuren
In der Reproduktionsphase hast du rechnerisch 15 Sekunden pro Figur. Geh zuerst alle durch und beantworte, was sofort kommt. Bei den unsicheren hilft, was die Broschüre vorschlägt: nach den Figuren suchen, die dir beim Einprägen ähnlich vorkamen, und die Lösung im Vergleich bestimmen. Hilfreich kann auch sein, dir einzelne Felder geschwärzt vorzustellen oder sie mit dem Bleistift im Testheft auszumalen – in dieser Phase sind Notizen erlaubt.
Achte beim Übertragen auf den Antwortbogen auf die Nummerierung; die Broschüre weist ausdrücklich darauf hin, dass die Figuren zeilenweise aufeinander folgen. Und lass kein Feld leer: Falsche Antworten kosten keinen Punkt, und eine Antwort aus der groben Lage ist besser als keine.
Die Stunde dazwischen
Gleich nach den Figuren kommen die Fakten, danach eine Stunde Textverständnis. Die Versuchung ist groß, die Figuren dabei im Hinterkopf zu wiederholen. Die Broschüre ist da nüchtern: Währenddessen wirst du kaum Gelegenheit haben, die Figuren noch einmal zu memorieren. Textverständnis verlangt deine volle Aufmerksamkeit, und halbes Wiederholen nebenbei nimmt dir genau die Konzentration, die du für die Texte brauchst.
Sinnvoller ist, das Einprägen sauber abzuschließen: am Ende der vier Minuten der Überblicksdurchgang, dann loslassen und voll in die Fakten. Für die Fakten gilt eine eigene Technik, beschrieben in „Fakten lernen im TMS: so prägst du dir die Liste ein“. Wichtig ist, dass sich beide Systeme nicht in die Quere kommen – etwa indem du für die Figuren Gegenstände und Tiere nutzt und für die Fakten Personen an festen Orten.
Typische Fehler
- Anschauen statt deuten. Die Figur wirkt nach dem Ansehen vertraut, aber vertraut heißt nicht abrufbar.
- Die Figur gedeutet, das Feld vergessen. Du erkennst die Kanne wieder, weißt aber nicht mehr, was schwarz war. Das schwarze Feld muss in den Satz.
- Zu lange an einer Figur. Wer bei Figur 6 eine perfekte Geschichte sucht, sieht die letzten Figuren nie. Die Broschüre warnt ausdrücklich davor, die Assoziationen „durchzukomponieren“.
- Ähnliche Figuren nicht getrennt. Die Verwechslung mit ähnlichen Figuren nennt die Broschüre selbst als typische Fehlerquelle.
- Nur mit kleinen Sätzen geübt. Die Schwierigkeit steigt laut Broschüre mit der Zahl der Figuren deutlich an. Acht Figuren sind eine andere Aufgabe als zwanzig.
- Ohne Abstand geübt. Wer direkt nach dem Einprägen abfragt, übt eine leichtere Aufgabe als die im Test.
Üben bis zum 7. und 8. November
Bis zum Test bleiben ab Anfang Oktober gut vier Wochen. Für Figuren lernen ist das genug, um ein System festzulegen und es so oft zu wiederholen, dass es unter Zeitdruck von selbst läuft.
- Immer unter Zeit. Vier Minuten für 20 Figuren, mit Stoppuhr. Ohne Zeitdruck baust du Geschichten, für die du im Test keine Zeit hast; auch davor warnt die Broschüre.
- Immer mit Abstand. Zwischen Einprägen und Abfrage gehört eine andere, fordernde Aufgabe, etwa ein Block Textverständnis oder ein paar Rechenaufgaben. Einmal pro Woche spielst du den ganzen Nachmittag durch: Figuren, Fakten, eine Stunde Text, dann beide Abfragen.
- In Originallänge. Mindestens einmal, besser regelmäßig, mit allen 20 Figuren – auch das empfiehlt die Broschüre.
- Fehler sortieren. Notier bei jedem Fehler, welche Art es war: Figur nicht wiedererkannt, erkannt, aber das falsche Feld, oder mit einer ähnlichen Figur verwechselt. Schau besonders auf die Fehler, bei denen du dir sicher warst.
- Eigene Figuren. Die Broschüre schlägt vor, auch an selbst gezeichneten, zunächst sinnlosen Figuren zu üben. Das geht gut zu zweit: Jeder zeichnet zehn Umrisse mit fünf Feldern, schwärzt eins davon, und ihr tauscht.
In der letzten Woche keine neue Technik mehr. Ein kurzer Durchgang am Tag hält die Routine wach.
Was 2027 damit passiert
Figuren lernen steht in der geplanten Zusammensetzung des TMSnat (Stand 26. Juni 2026) nicht mehr. Fakten lernen bleibt dagegen, mit Einpräge- und Reproduktionsphase. Laut tms-info.org findet im November 2026 voraussichtlich der letzte TMS statt. Dieser Beitrag richtet sich deshalb an alle, die am 7. oder 8. November schreiben: Für diesen Termin zählt Figuren lernen voll, für den TMSnat nach heutigem Planungsstand nicht mehr. Deine Technik für die Fakten nimmst du dagegen mit. Was sich sonst ändert, steht in „TMSnat 2027: was sich gegenüber dem TMS ändert“.
Quellen
- Ablauf des Nachmittags, Aufgabenzahl und Bearbeitungszeiten: „Über den TMS“ auf tms-info.org, der offiziellen Seite des TMS.
- Aufgabenformat, Lernheft, Abstand von etwa einer Stunde, Hinweise zum Einprägen, zum Abruf und zur Vorbereitung: Informationsbroschüre „Beispielaufgaben zur Vorbereitung“ (Stand 2025), Seiten 3, 17, 18, 24, 43 und 44.
- Mittagspause und Ende des Nachmittags: „Wichtiges am Testtag“.
- Lernheft zu Beginn des Nachmittags: „Vorbereitung auf den TMS“.
- Notizen nur in der Reproduktionsphase, Verwarnung, null Punkte, kein Blättern: „Testregeln“.
- Kein Abzug für falsche Antworten: „Ergebnis und Auswertung“.
- TMSnat: „Geplante Zusammensetzung des TMSnat“, Stand 26.06.2026. Letzter TMS im November 2026: Startseite von tms-info.org.
Alle Angaben abgerufen am 8. Oktober 2026. Am Testtag sind die Anweisungen der Testleitung maßgeblich.