Der TMS und der HAM-Nat werden zu einem Verfahren zusammengelegt: dem TMSnat. Die Studienstiftung, die den TMS durchführt, hat dazu ein Dokument mit der geplanten Zusammensetzung veröffentlicht (Stand 26. Juni 2026). Alles in diesem Beitrag stammt aus diesem Planungsstand – „geplant“ heißt geplant, nicht beschlossen. Prüf vor deiner Anmeldung noch einmal die offiziellen Seiten.
Die geplante Zusammensetzung
| Aufgabengruppe | Aufgaben | Zeit |
|---|---|---|
| Naturwissenschaftliche Kenntnisse | 40 | 60 min |
| Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis | 20 | 50 min |
| Quantitative und formale Probleme | 20 | 50 min |
| – Pause – | – | 60 min |
| Fakten lernen (Einprägephase) | 20 | 6 min |
| Textverständnis | 20 | 50 min |
| Fakten lernen (Reproduktionsphase) | 20 | 7 min |
| Diagramme und Tabellen | 20 | 50 min |
| Arithmetisches Problemlösen | 16 | 25 min |
| Testzeit netto | 156 gewertete Aufgaben | 298 min |
Die 20 Einträge der Einprägephase sind das, was du dir merkst – gewertet werden die 20 Fragen der Reproduktionsphase. Deshalb kommt die Tabelle auf 156 gewertete Aufgaben, obwohl in der Spalte mehr Zahlen stehen. Warum anderswo von 176 Aufgaben und acht Untertests die Rede ist und beides trotzdem stimmt, steht in „7 oder 8 Untertests, 156 oder 176 Aufgaben?". Rund fünf Stunden reine Testzeit plus eine Stunde Pause: der Tag bleibt so lang wie beim TMS.
Was neu ist
Naturwissenschaftliche Kenntnisse: 40 Aufgaben, 60 Minuten
Das ist der Teil, der aus dem HAM-Nat kommt, und er ist mit 40 von 156 gewerteten Aufgaben die größte Gruppe im ganzen Test – gut ein Viertel. Und er ist anders gebaut als alles, was der TMS bisher geprüft hat: hier wird Wissen abgefragt, nicht die Fähigkeit, aus einem vorgelegten Text zu schließen.
Das verändert die Vorbereitung grundlegend. Beim klassischen TMS konntest du dich auf Technik verlassen: Wer gelernt hat, wie man eine Behauptung gegen einen Stimulus prüft, kam auch mit unbekannten Themen durch. Für Naturwissenschaftliche Kenntnisse gibt es diese Abkürzung nicht. Biologie, Chemie, Physik und Mathematik auf Oberstufenniveau musst du können, und das braucht Wochen, nicht Tage. Wenn du 2027 antrittst, ist das der Teil, mit dem du anfangen solltest – nicht der, den du am Ende noch dazunimmst.
Arithmetisches Problemlösen: 16 Aufgaben, 25 Minuten
Rechnen unter Zeitdruck, gut anderthalb Minuten pro Aufgabe. Ebenfalls aus dem HAM-Nat. Wer „Quantitative und formale Probleme“ kennt, hat die Denkweise schon, aber das Tempo ist ein anderes: bei Quanti hast du zweieinhalb Minuten pro Aufgabe, hier deutlich weniger. Kopfrechnen und das saubere Umstellen von Formeln ohne Zwischenschritte auf Papier sind hier bares Geld.
Was wegfällt
In der geplanten Tabelle stehen vier Aufgabengruppen des heutigen TMS nicht mehr:
- Muster zuordnen – im TMS 24 Aufgaben in 30 Minuten.
- Schlauchfiguren – im TMS 24 Aufgaben in 15 Minuten.
- Figuren lernen – der bildliche Teil des Gedächtnisblocks.
- Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten.
Damit verschwinden genau die Gruppen, die visuelles und räumliches Vorstellungsvermögen geprüft haben. Übrig bleibt ein Test, der Wissen, Rechnen, Textarbeit, Datenlesen und Gedächtnis prüft – und nichts mehr, wofür man Figuren im Kopf drehen muss.
Praktische Folge, wenn du dich gerade vorbereitest: Stunden, die du jetzt in Schlauchfiguren steckst, zahlen sich für den TMS im November 2026 aus, für den TMSnat nicht mehr. Wer ohnehin erst 2027 antritt, kann diese beiden Gruppen nach heutigem Planungsstand auslassen.
Was gleich bleibt
Vier Gruppen wandern unverändert mit: Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis, Quantitative und formale Probleme, Textverständnis, Diagramme und Tabellen. Dazu Fakten lernen mit Einpräge- und Reproduktionsphase. Zusammen sind das 96 der 156 gewerteten Aufgaben, also knapp zwei Drittel.
Das ist die gute Nachricht für alle, die schon mitten in der TMS-Vorbereitung stecken: Der größere Teil deiner Arbeit bleibt gültig. Die Technik für „ableitbar oder nicht ableitbar“, das Lesen von Achsen und Skalen, das strukturierte Einprägen einer Personenliste – das alles brauchst du 2027 genauso.
Termine, Gebühr, Versuche
- Erster Durchgang: geplant für den 8. und 9. Mai 2027.
- Gebühr: 100 €, wie beim TMS.
- Versuche: Der TMSnat soll beliebig oft wiederholt werden dürfen – auch von denen, die ihre beiden TMS-Versuche schon verbraucht haben. Das ist die größte Änderung neben dem Testinhalt: Ein schwacher Tag ist damit keine Entscheidung mehr über den Studienplatz.
- TMS und HAM-Nat sollen ab 2027 nicht mehr angeboten werden.
Die Anmeldung läuft wie beim TMS über die offizielle Seite und hat feste Fenster. Setz dir eine Erinnerung für Anfang 2027, statt dich auf ein Gerücht zu verlassen.
Was das für deinen Lernplan heißt
Zwei Fälle, zwei Antworten.
Du schreibst im November 2026 den TMS. Dann ändert sich für dich nichts. Lern den TMS, wie er heute ist, inklusive Schlauchfiguren und Muster zuordnen. Der TMSnat ist erst danach dein Thema – und nur, wenn du noch einmal antreten willst.
Du trittst erst 2027 an. Dann setz die Naturwissenschaftlichen Kenntnisse an den Anfang und plan dafür großzügig. Es ist die größte Gruppe, es ist die einzige, die reines Fachwissen prüft, und es ist die einzige, bei der Aufschieben richtig teuer wird. Arithmetisches Problemlösen holst du später dazu, das ist vor allem Tempo. Die vier bekannten Gruppen übst du wie bisher. Muster zuordnen, Schlauchfiguren und Figuren lernen kannst du dir sparen.
Und in beiden Fällen: Üben unter Zeit. Ein Test mit 298 Minuten Nettozeit ist auch eine Prüfung der Konzentration über einen ganzen Tag. Das übt man nicht mit Aufgabenblöcken von zehn Minuten, sondern mit einem Durchlauf, der so lang ist wie der echte.
Quellen
- Studienstiftung des deutschen Volkes: „Geplante Zusammensetzung des TMSnat“, Stand 26.06.2026, veröffentlicht auf tms-info.org.
- Informationen zu Termin, Gebühr und Wiederholbarkeit: tms-info.org.
Der Planungsstand kann sich ändern. Wir ziehen diesen Beitrag nach, wenn die offiziellen Angaben sich ändern.