Übungsaufgaben TMS & TMSnat Stand

Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis: Übungsaufgaben mit Lösung (TMS & TMSnat)

Im Med.-nat. Grundverständnis liest du einen kurzen Text zu einem medizinischen oder naturwissenschaftlichen Sachverhalt und entscheidest, welche Aussagen daraus folgen. Der Untertest sieht aus wie eine Wissensprüfung und ist das Gegenteil davon: Was der Text nicht hergibt, ist keine richtige Antwort, auch wenn es medizinisch stimmt.

Die fünf Aufgaben unten zeigen beide Formate, die im Test vorkommen: eine Frage mit fünf ausformulierten Antworten und drei Aussagen (I, II, III), über die du einzeln entscheidest.

Im TMS
24 Aufgaben · 60 min
Im TMSnat (geplant)
20 Aufgaben · 50 min
Zeit pro Aufgabe
2,5 min
Auf dieser Seite
5 Aufgaben

Die Aufgaben

Antwort anklicken oder mit den Tasten A bis E wählen, dann „Antwort prüfen“ oder Enter. Bei den Aufgaben mit I, II und III lohnt es sich, jede Aussage erst einzeln mit Plus oder Minus zu bewerten.

Aufgabe 1 von 5Ultraschall an Grenzflächen · leicht

Bei der Ultraschalluntersuchung sendet ein Schallkopf kurze Schallimpulse in den Körper und empfängt deren Echos; je stärker das Echo aus einer Tiefe ist, desto heller wird die betreffende Stelle im Bild dargestellt. Echos entstehen an Grenzflächen zwischen Stoffen mit unterschiedlichem Schallwiderstand (Produkt aus der Dichte eines Stoffes und der Schallgeschwindigkeit in ihm). Je größer der Unterschied ist, desto größer ist der zurückgeworfene Anteil des Schalls und desto weniger Schall dringt weiter in die Tiefe vor. An der Grenze zwischen zwei Weichgeweben, etwa Haut und Fettgewebe, wird rund 1 % des Schalls zurückgeworfen, an der Grenze zwischen Weichgewebe und Luft dagegen mehr als 99 %, gleichgültig von welcher Seite der Schall auftrifft.

Welche der nachfolgenden drei Aussagen ist bzw. sind demnach zutreffend?

  • IDas Innere der lufthaltigen Lunge lässt sich besonders genau darstellen, weil an der Grenze zwischen Weichgewebe und Luft fast der gesamte Schall zurückgeworfen wird.
  • IIBleibt zwischen Schallkopf und Haut eine dünne Luftschicht, so dringt weniger als 1 % des vom Schallkopf ausgesandten Schalls in den Körper ein.
  • IIIEin Gallenstein, dessen Schallwiderstand stark von dem der umgebenden Gallenflüssigkeit abweicht, erscheint an seiner Oberfläche hell, das Gebiet hinter ihm dagegen dunkler als benachbarte Gebiete gleicher Tiefe.
A–E wählen Enter prüfen

Lösung und Erklärung

Richtig ist D: Nur die Aussagen II und III sind zutreffend.

Die Aussagen

Aussage I
Nicht zutreffend. Wo Weichgewebe an Luft grenzt, werden mehr als 99 % des Schalls zurückgeworfen, weniger als 1 % dringt weiter vor. Aus dem Inneren der Lunge kommen deshalb kaum Echos zurück, es lässt sich gerade nicht darstellen. Der Denkfehler: Ein starkes Echo macht nur die Grenzfläche selbst hell, nicht das, was dahinter liegt.
Aussage II
Zutreffend. Die Haut ist ein Weichgewebe; wo sie an Luft grenzt, werden mehr als 99 % des auftreffenden Schalls zurückgeworfen. In den Körper gelangt also weniger als 1 % des Schalls. Deshalb muss die Luft zwischen Schallkopf und Haut verdrängt werden, bevor ein Bild entstehen kann.
Aussage III
Zutreffend. Der große Unterschied im Schallwiderstand bedeutet einen großen zurückgeworfenen Anteil, also ein starkes Echo und eine helle Oberfläche. Entsprechend wenig Schall erreicht das Gebiet hinter dem Stein; von dort kommen nur schwache Echos, es erscheint dunkler als gleich tiefe Gebiete neben dem Stein.

Aufgabe 2 von 5Gastrin und Magensäure · leicht

Die Belegzellen der Magenschleimhaut bilden Salzsäure. Dazu regt sie das Hormon Gastrin an, das Zellen im Endabschnitt des Magens ins Blut abgeben, wenn Nahrung die Magenwand dehnt oder Eiweißbruchstücke im Magen auftreten. Wird der Mageninhalt im Verlauf der Verdauung stark sauer, so hemmt dies die Gastrinabgabe. Gelangt saurer Speisebrei in den Zwölffingerdarm, schüttet dessen Schleimhaut das Hormon Sekretin aus. Sekretin hemmt die Säurebildung im Magen und veranlasst die Bauchspeicheldrüse, ein alkalisches (säurebindendes) Sekret in den Zwölffingerdarm abzugeben.

Ein Medikament verhindert, dass die Belegzellen Salzsäure bilden. Wie verändert sich dadurch die Gastrinabgabe nach einer reichlichen Mahlzeit, verglichen mit derselben Mahlzeit ohne das Medikament?

A–E wählen Enter prüfen

Lösung und Erklärung

Richtig ist B: Sie nimmt zu, da der Mageninhalt nicht mehr stark sauer wird und die Hemmung entfällt.

Richtig. Die Dehnung der Magenwand löst die Gastrinabgabe in beiden Fällen aus. Ohne Medikament wird der Mageninhalt im Verlauf der Verdauung stark sauer, was die Gastrinabgabe hemmt. Mit Medikament bleibt diese Hemmung aus, es wird also mehr Gastrin abgegeben.

Die anderen Optionen

Option A
Falsch. Gastrin wird abgegeben, wenn Nahrung die Magenwand dehnt; das ist nach einer reichlichen Mahlzeit mit und ohne Medikament der Fall. Die Säure ist die Folge der Gastrinwirkung, nicht ihr Auslöser. Der Denkfehler vertauscht Ursache und Wirkung.
Option C
Falsch. Sekretin wird ausgeschüttet, wenn saurer Speisebrei in den Zwölffingerdarm gelangt; ohne Säurebildung bleibt das aus, es wird also weniger Sekretin ausgeschüttet. Außerdem hemmt Sekretin die Säurebildung, von einer Anregung der Gastrinabgabe ist nirgends die Rede.
Option D
Falsch. Weniger saurer Speisebrei im Zwölffingerdarm bedeutet weniger Sekretin. Sekretin wirkt hemmend auf den Magen; fällt es weg, kann das die Gastrinabgabe nicht senken. Die Begründung ist richtig beobachtet, führt aber zur entgegengesetzten Folgerung.
Option E
Falsch. Die Dehnung der Magenwand ist nur einer der Einflüsse. Ein stark saurer Mageninhalt hemmt die Gastrinabgabe; entfällt diese Hemmung, ändert sich die abgegebene Menge. Der Denkfehler übersieht die Rückwirkung der Säure auf die Gastrinabgabe.

Aufgabe 3 von 5Pupillenweite · mittel

Die Weite der Pupille wird von zwei Muskeln der Regenbogenhaut (Iris) eingestellt, die von zwei Teilen des unwillkürlichen Nervensystems, Sympathikus und Parasympathikus, gesteuert werden. Der Schließmuskel umgibt die Pupille ringförmig und verengt sie, wenn er sich zusammenzieht; er wird von Fasern des Parasympathikus erregt. Der Erweiterer verläuft speichenförmig vom Pupillenrand nach außen und zieht die Pupille auf; er wird von Fasern des Sympathikus erregt. Beide Muskeln werden ständig in gewissem Maß erregt, sodass die Pupillenweite vom Verhältnis ihrer Kräfte abhängt. Fällt mehr Licht auf die Netzhaut, steigert das Gehirn die Aktivität der parasympathischen Fasern. Die Aktivität der sympathischen Fasern nimmt dagegen bei Schreck oder Schmerz zu.

Bei einem Patienten sind die Fasern des Sympathikus, die zum rechten Auge ziehen, durchtrennt; das linke Auge ist unversehrt. Welcher Befund ist bei gleicher Beleuchtung beider Augen an der rechten Pupille zu erwarten?

A–E wählen Enter prüfen

Lösung und Erklärung

Richtig ist E: Sie ist enger als die linke und verengt sich bei Lichteinfall weiter, da der Schließmuskel unverändert erregt werden kann.

Richtig. Ohne Sympathikus wird der Erweiterer nicht mehr erregt, das Kräfteverhältnis verschiebt sich zum Schließmuskel, die Pupille ist enger als links. Mehr Licht steigert die Aktivität der parasympathischen Fasern; sie erreichen den Schließmuskel weiterhin, sodass sich die Pupille noch stärker verengt.

Die anderen Optionen

Option A
Falsch. Die Fasern des Sympathikus erregen den Erweiterer, nicht den Schließmuskel. Der Schließmuskel wird vom Parasympathikus versorgt und arbeitet weiter. Der Denkfehler liegt in der Verwechslung der beiden Muskeln und ihrer Nerven.
Option B
Falsch. Der Erweiterer zieht die Pupille auf, wenn er sich zusammenzieht. Wird er nicht mehr erregt, entfällt dieser Zug, und der Schließmuskel überwiegt: Die Pupille wird enger, nicht weiter. Die Richtung der Wirkung ist vertauscht.
Option C
Falsch. Die Pupille ist zwar enger, doch Licht wirkt über die parasympathischen Fasern auf den Schließmuskel. Dieser Weg ist unversehrt, die Pupille verengt sich bei Lichteinfall also weiter. Der Denkfehler schreibt die Wirkung des Lichts den durchtrennten Fasern zu.
Option D
Falsch. Beide Muskeln werden ständig in gewissem Maß erregt, der Erweiterer also auch ohne Schreck oder Schmerz. Fällt diese Erregung rechts weg, verschiebt sich das Kräfteverhältnis zugunsten des Schließmuskels, und die rechte Pupille ist enger als die linke.

Aufgabe 4 von 5Kalziumhaushalt · mittel

Der Kalziumspiegel des Blutes wird durch Hormone in engen Grenzen gehalten. Parathormon wird von den Nebenschilddrüsen umso stärker ausgeschüttet, je niedriger der Kalziumspiegel ist. Es setzt Kalzium aus dem Knochen frei, vermindert die Kalziumausscheidung über die Nieren und regt die Nieren zur Bildung von Calcitriol an, einem Hormon, das die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm ins Blut steigert. Calcitonin wird von der Schilddrüse umso stärker ausgeschüttet, je höher der Kalziumspiegel ist. Es hemmt die Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen und steigert die Kalziumausscheidung über die Nieren.

Welche der nachfolgenden Aussagen lässt bzw. lassen sich aus diesen Informationen ableiten?

  • IBildet ein Tumor der Nebenschilddrüsen unabhängig vom Kalziumspiegel ständig große Mengen Parathormon, so schüttet die Schilddrüse vermehrt Calcitonin aus.
  • IIWerden bei einer Operation alle Nebenschilddrüsen entfernt, so sinkt der Kalziumspiegel, und die Schilddrüse schüttet daraufhin vermehrt Calcitonin aus.
  • IIIKönnen die Nieren kein Calcitriol mehr bilden, so wird bei sonst ungestörter Regelung vermehrt Kalzium aus dem Knochen freigesetzt.
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Lösung und Erklärung

Richtig ist D: Nur die Aussagen I und III lassen sich ableiten.

Die Aussagen

Aussage I
Ableitbar. Parathormon setzt Kalzium aus dem Knochen frei, drosselt die Ausscheidung und steigert über Calcitriol die Aufnahme aus dem Darm. Alle drei Wirkungen heben den Kalziumspiegel. Da Calcitonin umso stärker ausgeschüttet wird, je höher der Kalziumspiegel ist, nimmt seine Ausschüttung zu.
Aussage II
Nicht ableitbar. Ohne Parathormon sinkt der Kalziumspiegel tatsächlich. Calcitonin wird jedoch bei hohem, nicht bei niedrigem Kalziumspiegel vermehrt ausgeschüttet; seine Ausschüttung nimmt also ab. Der Denkfehler: Calcitonin wird für ein Hormon gehalten, das jede Abweichung ausgleicht, es würde den Kalziumspiegel aber weiter senken.
Aussage III
Ableitbar. Ohne Calcitriol gelangt weniger Kalzium aus dem Darm ins Blut, der Kalziumspiegel sinkt. Darauf schütten die Nebenschilddrüsen mehr Parathormon aus, und dieses setzt Kalzium aus dem Knochen frei. Die Kette führt über vier Glieder vom Darm zum Knochen.

Aufgabe 5 von 5Wasserbilanz beim Schwitzen · schwer

Ein Erwachsener gibt in Ruhe täglich etwa 2,5 l Wasser ab, davon 1,5 l als Harn und 1 l als Wasserdampf über Haut und Atemluft sowie mit dem Stuhl. Ebenso groß ist die Wasserzufuhr aus Getränken, Nahrung und dem Abbau der Nährstoffe, sodass die Wasserbilanz ausgeglichen ist. Bei Wassermangel senken die Nieren die Harnmenge, jedoch nicht unter 0,5 l täglich, da sonst die harnpflichtigen Stoffe (Abfallstoffe, die nur mit dem Harn ausgeschieden werden können) im Körper zurückblieben. Bei schwerer Arbeit in Hitze kommt zu diesen Abgaben, die bestehen bleiben, der Schweiß hinzu. Schweiß enthält Kochsalz, jedoch in geringerer Konzentration als das Blut.

Welche der nachfolgenden Aussagen lässt bzw. lassen sich aus diesen Informationen ableiten?

  • IVerliert ein Mensch an einem Tag 3 l Schweiß, so ist seine Wasserbilanz bei einer Wasserzufuhr von 4 l negativ, selbst wenn die Nieren die Harnmenge auf den Mindestwert senken.
  • IISolange ein stark Schwitzender nichts trinkt, sinkt die Kochsalzkonzentration seines Blutes, weil er mit dem Schweiß fortlaufend Kochsalz verliert.
  • IIIErsetzt ein Mensch nach starkem Schwitzen genau die ausgeschwitzte Wassermenge durch salzfreies Wasser, so liegt die Kochsalzkonzentration seines Blutes zunächst unter dem Wert vor dem Schwitzen.
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Lösung und Erklärung

Richtig ist C: Nur die Aussagen I und III lassen sich ableiten.

Die Aussagen

Aussage I
Ableitbar. Als Wasserdampf und mit dem Stuhl geht 1 l ab, als Harn mindestens 0,5 l, dazu kommen 3 l Schweiß: zusammen mindestens 4,5 l. Einer Zufuhr von 4 l steht also eine Abgabe von mindestens 4,5 l gegenüber. Wer annimmt, die Nieren könnten die Harnbildung ganz einstellen, kommt fälschlich auf eine ausgeglichene Bilanz.
Aussage II
Nicht ableitbar. Schweiß enthält Kochsalz in geringerer Konzentration als das Blut. Der Körper verliert damit im Verhältnis mehr Wasser als Kochsalz, die Konzentration im Blut steigt. Der Denkfehler: Aus der Abnahme der Salzmenge wird auf die Abnahme der Konzentration geschlossen, ohne den größeren Wasserverlust zu beachten.
Aussage III
Ableitbar. Mit dem Schweiß sind Wasser und Kochsalz verloren gegangen. Wird nur das Wasser vollständig ersetzt, ist die Wassermenge wieder die alte, die Kochsalzmenge aber kleiner. Dieselbe Wassermenge enthält weniger Kochsalz, die Konzentration liegt unter dem Ausgangswert.

So gehst du an Med.-nat.-Aufgaben heran

Den Text als Regelwerk lesen. Markiere Ursache und Wirkung, Bedingungen und Richtungen: Was regt an, was hemmt, was steigt, wenn etwas anderes sinkt? Viele Aufgaben löst eine kleine Pfeilskizze am Rand.

Jede Aussage einzeln prüfen. Bei I, II und III erst über jede Aussage entscheiden und dann die passende Kombination suchen, nicht umgekehrt.

Auf die Wörter achten, die kippen. „nur“, „immer“, „ausschließlich“, „unabhängig von“: Geht eine Aussage weiter als der Text, ist sie nicht ableitbar.

Die Polarität der Frage beachten. Gefragt kann sein, was folgt, oder was nicht folgt. Ein Blick zurück auf den Fragesatz kostet zwei Sekunden und spart Punkte.

Ausführlich, mit einem Beispiel zum Mitgehen: Grundverständnis: Aussagen aus dem Text ableiten

Fragen

Muss ich für Med.-nat. Medizin oder Biologie lernen?

Nein. Alles, was du zum Lösen brauchst, steht im Text. Wer aus dem Gedächtnis antwortet, verliert hier eher Punkte, weil eine fachlich richtige Aussage, die der Text nicht trägt, als falsch gilt.

Wie viel Zeit habe ich pro Aufgabe?

Im TMS sind es 60 Minuten für 24 Aufgaben, für den TMSnat sind 50 Minuten für 20 Aufgaben geplant (Stand 26.06.2026). Das sind jeweils 2,5 Minuten pro Aufgabe, einschließlich Lesen.

Wie übe ich danach weiter?

Mit vielen Aufgaben unter Testzeit: Die Technik, eine Aussage gegen den Text zu prüfen, wird erst mit Wiederholung schnell. In openTMS übst du den Untertest im Zeitkorsett des Tests, mit Erklärung zu jeder Aufgabe. Die ersten 2 Wochen sind kostenlos.